Haus Ludwig

Diedorf, Germany

Am Bach, im Garten, vor der Stadt – die Lage des Wochenendidylls könnte nicht idealer sein. Aus dem ehemaligen Lehrerhaus wurde ein Rückzugsort, an dem man viel über das Wesentliche lernen kann: wie man heute eine autarke Versorgung mit Wasser, Strom und Wärme sichert und bei aller dörflichen Abgeschiedenheit bei der Gestaltung die ganze Welt nach Hause holt.

Der Kunde:  Kopf von Dreimeta

Das Wochenendhaus hat Armin Fischer für sich selbst und seine Lebensgefährtin eingerichtet. Der Inhaber und Initiator von Dreimeta hat neben vielen Hotels, Gastro-Projekte, Büros undPraxen auch Wohnräume gestaltet. Auch bei der Arbeitfür sich selber bleibt er seinem Ansatz treu:  überraschende und mutige Gestaltungseffekte kommen in einer authentisch gehaltenen Architektur am besten zur Anwendung.

Die Aufgabe: Gestaltung eines alten Häuschens als Wochenendsitz

Das Haus am Rande der schwäbischen Gemeinde Diedorf gehörte nach seiner Erbauung 1913 dem Dorfschullehrer. 2003 wurde es durch einen Anbau ergänzt. Die Lage am Bachlauf, direkt in der Natur und mitten in einem paradiesischen Garten weist dem Haus eine Erlebnisstärke zu, mit der das Interior Design nicht konkurrieren sollte. Trotzdem waren einige klare Akzente zu setzten, die das Idyll in einen modernen Kontext stellen.

Die Idee: Individualität von der Stromversorgung bis zum Deko-Fundstück

In der Größe und Raumfolge wurde das Haus für zwei Personen konzipiert. Als Insel für das Abtauchen aus dem Alltag ist das Haus damit perfekt. Eine autarke Versorgung mit Wasser- und Gastank sowie Strom aus Photovoltaik verstärkt diesen Charakter. Bei der Einrichtung wird die Idee von der maximal individuellen, unwiederholbaren Komposition stringent verfolgt. Ebenso einmalig wie der Blick aus dem Fenster ist der Blick in die Räume. Jedes Detail wurde dafür mit hoher Aufmerksamkeit gestaltet.

Die gestalterische Umsetzung: Wenige Materialien, viele dekorative Artefakte

Der Grundriss des Hauses ist geprägt von einer großen Wohnküche mit angrenzendem Wintergarten und Essbereich, im Obergeschoss befindet sich ein großes Bad und ein Schlafbereich. Die Materialien sind zurückhaltend, an ausgewählten Stellen stechen jedoch überraschende Details heraus – z.B. ein farbenfrohes Fliesenmosaik über der Küchenzeile. Die Böden sind durchgehend mit Solnhofer Platten belegt, um Großzügigkeit in den Räumen zu schaffen. Der Belag setzt sich im Bad konsequent als Wand- und Wannenverkleidung fort. Als weiteres Naturmaterial wurde Eichenholz verwendet – für die Arbeitsplatte in der Küche und als Werkstoff für die Wendeltreppe, die in ihrer Detaillierung wie ein Möbelstück wirkt. Mit dem verglasten Patio wurde die Trennung zwischen Innen- und Außenraum optisch aufgehoben, die Natur integriert das Haus. Zahlreiche Fund- und Sammlerstücke inszenieren den Stil und die Individualität der Bewohner.

Der Erfolg: Entspannung und Inspiration

Das Haus ist ein Ort des Wohlfühlens und des Wohllebens. In kürzester Zeit stellt sich Entspannung ein.  Die Insellage und die autarke Versorgung ermöglichen ein freies und dennoch komfortables Leben, die Natur spielt eine Hauptrolle zu jeder Jahreszeit. Der Rest der Welt findet auch seinen inspirierenden Platz – durch Sammlungen und Fundstücke werden die bereisten Städte und Länder ein Teil des Hauses.