dreimeta_Superbude2-18qkom.jpg

Superbude 2 - St. Pauli

Hamburg, Germany

Die Superbude II in Hamburg spricht mit seinem dualen Konzept zwischen Hostel und Hotel eine erweiterte Zielgruppe an. Die Lage inmitten des Szeneviertels „Schanze“ ermöglichte eine überraschend unkonventionelle Gestaltung.

Die Aufgabe:

Die Aufgabe war die Weiterentwicklung und Gestaltung des erfolgreichen Konzeptes „Superbude“. Das beinhaltete die Gestaltung der Buden sowie der öffentlichen Bereiche wie Lobby, Bar und Shop etc.

Das Hotel / Hostel entstand in einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude einer ehemaligen Vermittlungsstelle der Post welches um die Jahrhundertwende erbaut wurde. Aus diesem Grund wurden die Treppenhäuser originalgetreu restauriert.

Die Idee:

Die Gäste genießen einen Mix aus unkomplizierter Hostelübernachtung und den Servicevorzügen eines technisch optimal ausgerüsteten Hotels.

Ziel der Gestaltung und Referenz an die Hafenstadt Hamburg war eine kostengünstige Ausstattung der Superbude, die neben authentischem Charakter auch Originalität und zweckmäßigen Komfort für die Gäste garantiert. Prinzip der Gestaltung war die Integration und ihre Zweckentfremdung lokaltypischer Alltagsgegenstände und Materialien.

Die Belegung der Buden, alle mit eigenem Bad und WC ausgestattet, lässt sich flexibel anpassen.

Neben der Nutzung als klassisches Hotel mit Doppelzimmern ermöglichen die von Rolf Heide entworfenen Stapelliegen eine überraschende Potenzialerweiterung. Aus Doppelzimmern entstehen mit wenigen Handgriffen 3- bzw. 4-Bettzimmer. Damit bietet die Superbude mit 90 Zimmern Platz für bis zu 270 Gäste.

Als Frühstücksbereich und zusätzlich zentraler Treffpunkt für die Gäste dient der Kitchen Club. Am Mittag und Abend stehen dort Geräte wie Mikrowelle und Backöfen zur Verfügung um sich unkompliziert und kostengünstig während seines Aufenthaltes verpflegen zu können.

Die gestalterische Umsetzung:

Eine rund 50 Meter lange Multifunktionswand aus gelben Betonschalbrettern ist das raumprägende Element im Erdgeschoss, in dessen Oberfläche ein Taumuster eingebrannt worden ist. In dieser Wand sind alle wichtigen Funktionen untergebracht – von den Kühlschränken, der Internetstation, den Gästesafes, Sitzbänken, eine „Wasserstation“ mit Karaffen - bis zum Stauraum für das Hotel.

Küche, Buffet, Bar und Tische sind aus roten Siebdruckplatten gebaut, die Arbeitsplatten wurden mit Kupferblech belegt.

Für die Möblierung der Zimmer wurden ebenfalls die gelben Schalplatten und Gerüstbaurohre eingesetzt, den Bett-Rücken bildet ein orangefarbenes Absturznetz. Kleiderhaken aus Pümpeln und Sitzhocker aus Bierkisten gab es bereits in Suberbude I,  Details wie Deckenleuchten, Kleiderbügel und Toilettenpapierhalter wurden neu entworfen.

Die bedruckte Tapete wurde aus Tageszeitungen wie der Hamburger Morgenpost, dem Hamburger Abendblatt, der Welt und der Zeit zusammengesetzt. In den Originalartikeln geht es durchwegs um und über Hamburg. So kann sich jeder Gast einen ersten Eindruck von Hamburg verschaffen und sich für eventuelle Urlaubsausflüge inspirieren lassen. Jede der 90 „Buden“ bekommt einen Budenpaten. Diese Patenschaft übernehmen vorwiegend Hamburger Bands indem eine Textzeile auf die Wand gesprüht und von den Künstlern signiert wurde.

Zusätzlich zu den Zimmern wurde eine Suite eingerichtet die unter dem Namen „Rockstar-Suite“ auftritt. Eine Bühne, unter deren Boden sich eine Liegewiese für bis zu 6 Personen befindet, bietet mit dem notwendigen technischen Equipment alle Möglichkeiten für einen gelungenen Auftritt junger Bands.

Um das Thema des Taus, welches sich in der Lobby, als auch in den Bädern der Buden wiederfindet auch in den Fluren zum Tragen kommen zu lassen, wurde ein Seilmuster auf den Teppich gedruckt, der die lange und schmale Form des Gebäudes akzentuiert.