Altes Hafenamt

Hamburg, Germany

Die HafenCity in Hamburg ist ein beachtetes Beispiel für die Konversion von nicht mehr benötigten Gewerbeflächen am Wasser in begehrte Wohn-, Geschäfts-, und Erlebnislagen. Das Herzstück des Areals bildet das Überseequartier mit dem Alten Hafenamt. Hierher blicken alle: Hamburger, Touristen, Städteplaner und Architekten aus aller Welt. Es soll, es muss ein Vorzeigequartier mit einer spannenden Durchmischung von einzigartigen sozialen, planerischen und kreativen Konzeptenwerden. Wir hatten die Ehre, direkt den denkmalgeschützten, respekteinflößenden Kern des Überseequartiers zu gestalten: das Alte Hafenamt.

Der Kunde: vier Hotelmacher, die Städte wirklich verstehen

Die 25hours Hotelgruppe hat Hotelaufenthalte zu einem eigenen Grund fürs Reisen gemacht. Urbane, kosmopolitisch ausgerichtete Gäste schätzen die inzwischen acht Häuser unter dem 25hours Dach genau als die Orte, die das Besondere einer Stadt als kreatives Konzentrat abbilden. 25hours Hotel machen wach beim Übernachten, mit extrem individuellen, nützlichen, schönen und eigenartigen Gestaltungen, die immer anders, aber immer gut für den Gast und für den Ort sind, Damit haben die vier Gesellschafter von 25hours seit 2003 sehr großen Erfolg und ziemlich starken Einfluss auf die Entwicklung der Hotellerie insgesamt.

Wir haben 2003 das erste Hotelprojekt (25hours Hotel in Hamburg) für die Gruppe gestaltet, seitdem folgten weitere Projekte von Wien über München bis Hamburg.

Die Aufgabe: gestalterisches Konzept für einen Hotelbetrieb in historischem Bestand

Das Gebäude Altes Hafenamt diente im 19. und 20. Jahrhundert  als Verwaltungssitz und wurde im Laufe der Zeit durch unterschiedliche Anbauten erweitert. Dadurch bedingt, mussten bei der Umnutzung von Büroräumen zu Hotelzimmern unterschiedliche Höhenniveaus gemeistert werden, insgesamt liegt der Bau 2,20 m unter dem Höhenniveau der Umgebung. Das Raumprogramm sollte mit einer maximalen Anzahl von Zimmer, Rezeption und Fitnessraum sowie extern betriebenem Restaurant und Bar abgewickelt werden. Neben der praxisgerechten Umgestaltung für einen reibungslosen Betrieb war auch auf die besondere Gebäudegeschichte und den Spirit des Alten Hafenamtes einzugehen – und natürlich auf das Prinzip von 25hours–Hotels: „Kennst du eines, kennst du keines“.

Die Idee: Einmal Kapitän sein und hinaus auf das endlose Meer

Ausgangspunkt für unsere Gestaltung war die Vorstellung vom Hafenmeister, der in Gedanken sein Leben lang die Welt umschifft. Noch im Kapitänsheim träumt er vom Meer, das er selbst nie bereist hat... Die 49 Kapitänszimmer von 20-45 qm sollten von der Sehnsucht nach der See erzählen. Mit dem Erhalt baulicher Details wollten wir auch die Geschichten speichern, die in den alten Kartenschränken, den Kassettentüren, Brüstungsgittern und gedrechselten Kantenschutzleisten ihre Zeugen haben. Zugleich sollen es die urbanen Seeleute komfortabel und weltläufig haben: mit Espressomaschinen im Zimmer, mit Sofas, Sesseln und Fahrrädern, auf denen sie schick durch Hamburgs Straßen cruisen.

Die gestalterische Umsetzung: Rauh, gemütlich und ein Auf und Ab wie auf dem Schiff und wie im Leben

Die Betonung der Vertikalen z.B. mit 8 Meter langen Vorhängen, einer extralangen Makramee-Blumenampel, der 6 Meter hohen Lobby und einer Gangway zum Restaurant verschafft den unterschiedlichen Höhen im Gebäude gebührende Aufmerksamkeit. Wenn der Gast an Bord ist, erlebt er hunderte Grüße an die Schifffahrt, vom Ruder bis zur Stickleiter. Die Zimmerausstattung erinnert in vielen Einzelheiten an die Geschichte des Gebäudes. Es ist gemütlich, warm und dunkel mit viel Holz und Messing. Für Transparenz sorgen große Sprossenfenster. Das Mauerwerk ist in allen öffentlichen Bereichen freigelegt und holt damit ein Stück Außenwelt nach innen. Den Originalen nachempfundene Kassettentüren als Zimmertüren, große Stahlregale, nostalgische Armaturen, Schachbrett-Fliesenmuster und Messingbullaugen mischen sich unter und kommen jetzt auch an Plätze, wo sie niemals hingehörten. Für Seeleute gibt es jede Menge schöner Details zu entdecken: Teppiche mit Orientmustern oder scheinbaren Laufspuren, Bücher, Pflanzen, Teetischchen – wie damals beim Kapitän zuhause.

Der Erfolg: Junge!, ich komm bald wieder.

Selbst für die erfolgsgewohnten 25hours-Macher ist das Hotel Altes Hafenamt ein Coup: vom ersten Tag an ausgebucht, ein extrem lautes und begeistertes Medienecho und jetzt schon eine treue Mannschaft von Fans aus aller Welt, die hier immer wieder festmachen.